Wer auf der Abbruchbaustelle oder im Recyclinghof Material direkt vor Ort aufbereiten will, setzt zunehmend auf mobile Brechanlagen. Der österreichische Hersteller Rubble Master hat sich in diesem Segment mit kompakten, raupengetriebenen Prallbrechern einen Namen gemacht. Doch welche Modelle sind für welchen Einsatzbereich die richtige Wahl – und worauf sollten Sie als Betreiber bei Anschaffung und Betrieb achten?

Produktlinie: Kompakte Prallbrecher für den mobilen Einsatz

Rubble Master fokussiert sich auf mobile Brechanlagen mit Prallbrechertechnologie, die speziell für das Recycling von Bauschutt, Beton und Asphalt konzipiert sind. Anders als klassische Backenbrecher arbeiten Prallbrecher mit hoher Geschwindigkeit und eignen sich besonders für die Aufbereitung weicherer bis mittelharter Materialien. Die Anlagen sind komplett auf Raupenfahrwerken montiert und können ohne Kranunterstützung auf- und abgebaut werden – ein entscheidender Vorteil auf wechselnden Baustellen.

Die Baureihe umfasst Modelle in verschiedenen Leistungsklassen, wobei die RM 60, RM 90GO! und RM 100GO! zu den meistverkauften Maschinen zählen. Allen gemein ist das Konzept der All-in-One-Lösung: Brecher, Vorsiebeinheit, Seitenaustragsband und Magnetabscheider sind bereits ab Werk integriert. Das reduziert nicht nur die Anzahl der benötigten Maschinen auf der Baustelle, sondern auch den logistischen Aufwand beim Transport zwischen verschiedenen Einsatzorten.

Top-Modelle im Überblick: Von der Kompaktklasse bis zum Hochleistungsbrecher

RM 60: Einstieg für kleinere Recyclingmengen

Mit einem Einsatzgewicht von rund 14 Tonnen gehört die RM 60 zu den kompaktesten Modellen im Portfolio. Der Durchsatz liegt bei bis zu 80 Tonnen pro Stunde – ideal für kleinere Abbruchunternehmen oder kommunale Bauhöfe, die überschaubare Materialmengen vor Ort aufbereiten wollen. Die Anlage lässt sich auf einem Standard-Tieflader transportieren, ohne dass Sondergenehmigungen erforderlich sind. Für Sie als Betreiber bedeutet das: hohe Flexibilität bei geringen Transportkosten.

RM 90GO!: Vielseitigkeit für wechselnde Anforderungen

Die RM 90GO! ist das Arbeitspferd der Baureihe und wird häufig von mittelständischen Bauunternehmen eingesetzt, die sowohl Beton- als auch Asphaltrecycling betreiben. Mit einem Durchsatz von bis zu 220 Tonnen pro Stunde bewegt sich das Modell im mittleren Leistungssegment. Besonders hervorzuheben ist das integrierte Vorsiebsystem, das Feinmaterial bereits vor dem Brechvorgang abtrennt und so den Verschleiß der Prallleisten reduziert. Das verlängert die Wartungsintervalle und senkt die Betriebskosten spürbar.

RM 100GO!: Hochleistung für große Recyclingprojekte

Wer regelmäßig große Materialmengen auf stationären Recyclinghöfen oder bei Großabbrüchen aufbereitet, kommt an der RM 100GO! kaum vorbei. Die Anlage schafft bis zu 250 Tonnen pro Stunde und verfügt über einen besonders großen Aufgabetrichter. Das ermöglicht auch den Einsatz von Radladern mit größeren Schaufeln, was die Beschickung beschleunigt. Die integrierte Diesel-Direktantriebstechnologie sorgt für einen vergleichsweise niedrigen Kraftstoffverbrauch – ein wichtiger Punkt bei mehrschichtigem Betrieb und steigenden Dieselpreisen.

Marktposition: Wie steht Rubble Master im Wettbewerb?

Im Segment mobiler Prallbrecher konkurriert Rubble Master vor allem mit etablierten Herstellern wie Kleemann, Metso und Sandvik. Während diese Anbieter oft auf größere, leistungsstärkere Anlagen für den Bergbau und Steinbruchbetrieb setzen, hat sich Rubble Master gezielt auf kompakte, einfach zu transportierende Maschinen für das Bauschuttrecycling spezialisiert. Diese Fokussierung zahlt sich aus: In Europa sind die RM-Modelle besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen verbreitet, die Wert auf schnelle Mobilität und unkomplizierte Bedienung legen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das Servicenetz: Rubble Master setzt auf ein dichtes Händlernetz mit eigenen Technikern, die auf Prallbrechertechnologie spezialisiert sind. Das verkürzt im Störungsfall die Standzeiten – ein kritischer Faktor, wenn Sie Ihre Abbruch- und Recycling-Projekte termingerecht abschließen müssen.

Aktuelle Entwicklungen: Elektrifizierung und Digitalisierung

Wie viele Hersteller arbeitet auch Rubble Master an der Elektrifizierung seiner Modellpalette. Erste Prototypen mit Hybrid- oder Voll-Elektromotoren wurden bereits auf Fachmessen gezeigt, eine Serieneinführung steht jedoch noch aus. Parallel dazu rüstet der Hersteller seine Anlagen zunehmend mit Telematik-Systemen aus, die Betriebsstunden, Kraftstoffverbrauch und Wartungsintervalle digital erfassen. Für Flottenmanager bedeutet das: bessere Planbarkeit und präzisere Kostenkalkulation.

Zudem hat Rubble Master in jüngster Zeit verstärkt in die Entwicklung verschleißoptimierter Prallleisten und Siebbeläge investiert. Ziel ist es, die Standzeiten zwischen den Wartungsintervallen weiter zu erhöhen – ein direkter Beitrag zur Senkung der Total Cost of Ownership (TCO).

Worauf Sie bei der Anschaffung achten sollten

Wenn Sie eine mobile Prallbrecheranlage von Rubble Master oder einem anderen Hersteller in Betracht ziehen, sollten Sie folgende Punkte prüfen:

  • Durchsatzleistung: Wählen Sie das Modell nicht zu knapp – ein Puffer von 20 bis 30 Prozent über Ihrem durchschnittlichen Bedarf verhindert Engpässe bei Spitzenlasten.
  • Transportgewicht und -maße: Achten Sie darauf, dass die Anlage auf Ihrem vorhandenen Fuhrpark transportiert werden kann, ohne Sondergenehmigungen zu benötigen.
  • Materialspektrum: Nicht jeder Prallbrecher verarbeitet Asphalt und Beton gleich effizient. Klären Sie im Vorfeld, welche Materialien Sie hauptsächlich aufbereiten werden.
  • Service und Ersatzteile: Ein dichtes Händlernetz und schnelle Ersatzteilversorgung sind bei mobilen Anlagen geschäftskritisch – jeder Stillstandstag kostet Umsatz.

Für Betreiber, die bereits Erfahrung mit mobilen Brechern auf Recyclingbaustellen haben, bietet Rubble Master eine solide, praxiserprobte Lösung. Wer hingegen erstmals in mobile Aufbereitungstechnik investiert, sollte sich auch konkurrierende Modelle von Kleemann oder Metso ansehen und die Angebote in Bezug auf Durchsatz, Wartungsaufwand und Amortisationszeit vergleichen.